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Die Agentur hat nichts gebracht: woran es meistens liegt

Adrian Hutterer

28. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Meistens liegt es nicht an Google oder Meta, sondern an einer von fünf Stellen: Die Anzeigen zahlen für falsche Suchen, das Budget ist auf zu viele Kampagnen verteilt, die Anzeigen sind müde, die Seite nach dem Klick verliert die Leute, oder Anfragen werden zu spät angerufen. Jede davon kannst du selbst prüfen, du brauchst nur Zugang zu deinem Werbekonto.

„Haben wir probiert, hat nichts gebracht.“ Mit diesem Satz beginnen viele unserer Erstgespräche. Meistens stimmt er auch. Nur liegt es selten daran, dass Google oder Meta für deinen Betrieb nicht funktionieren. Es liegt an Stellen, die man von außen nicht sieht und die in keinem Monatsbericht stehen. Hier sind die häufigsten, jeweils mit dem, was du selbst nachschauen kannst.

1. Die Anzeigen zahlen für die falschen Suchen

Bei Google bezahlst du jeden Klick, auch den von jemandem, der nie dein Kunde wird. Konten, die wir übernehmen, verbrennen im Schnitt 30 bis 60 % des Budgets an Suchen wie „photovoltaik förderung selbst beantragen“, „solarpanel gebraucht“ oder „wie funktioniert eine solaranlage“. Wer so sucht, will lesen oder basteln, nicht kaufen.

So prüfst du es: Im Google-Ads-Konto unter „Suchbegriffe“ die letzten 30 Tage öffnen und nach Kosten sortieren. Stehen oben Fragen, Jobsuchen oder Gebrauchtware, zahlst du dafür. Ganz seltene Suchen blendet Google aus Datenschutzgründen aus, den Großteil siehst du trotzdem. Ein sauberes Konto schließt solche Begriffe laufend aus, bei uns jede Woche.

Was das in einem echten Konto ausgemacht hat →

2. Das Budget ist auf zu viele Kampagnen verteilt

Meta lernt aus Ergebnissen. Eine Anzeigengruppe braucht rund 50 davon pro Woche, bis sie aus der Lernphase herauskommt. Wer 1.500 € im Monat auf fünf Anzeigengruppen aufteilt, kommt mit keiner dahin. Dann steht überall „Lernphase begrenzt“, und die Kosten schwanken, weil Meta nie genug Daten hat.

So prüfst du es: Im Werbeanzeigenmanager zählen, wie viele Anzeigengruppen gleichzeitig laufen, und in der Spalte „Auslieferung“ nachsehen, ob dort „Lernphase begrenzt“ steht. Bei den Budgets kleiner Betriebe arbeiten wir mit höchstens zwei Anzeigengruppen je Kampagne: eine für neue Leute, eine für die, die schon auf deiner Seite waren.

3. Die Anzeigen sind müde

In einer Region sehen immer wieder dieselben Leute deine Anzeigen. Nach ein paar Wochen scrollen sie weiter, und jede Anfrage wird teurer. Bei einem Solarbetrieb in Wien war das nach zwei Wochen so weit.

Meta zeigt das inzwischen selbst an: Kostet ein Ergebnis bei einer Anzeige doppelt so viel wie bei deinen früheren, erscheint ein Hinweis auf Anzeigenmüdigkeit. Meta empfiehlt dann eine neue Anzeige mit deutlich anderem Bild oder Video, nicht nur neue Farben.

So prüfst du es: die Spalte „Frequenz“ einblenden und auf diese Hinweise achten. Wir warten nicht so lange: Neue Anzeigen spielen wir ein, sobald die Frequenz über 3 steigt oder die Kosten je Ergebnis 30 % über dem Schnitt der letzten vier Wochen liegen. Das ist unsere Faustregel, keine Vorgabe von Meta.

4. Die Seite nach dem Klick verliert die Leute

Die Anzeige holt den Klick, die Seite dahinter macht daraus eine Anfrage oder eben nicht. Die häufigsten Bremsen: Die Seite lädt am Handy zu lange, das Angebot ist unklar („Wir machen alles rund ums Haus“), und das Formular fragt entweder zu viel oder gar nichts. Bei OH Voltaik brauchte die alte Seite am Handy rund sechs Sekunden, die neue lädt in unter zwei.

So prüfst du es: deine Seite am eigenen Handy im Mobilnetz öffnen, nicht im WLAN. Zählst du bis drei, bevor du etwas tippen kannst, ist sie zu langsam. Dann die Anzeige neben die Seite legen: Steht oben auf der Seite dasselbe Angebot wie in der Anzeige?

5. Anfragen werden zu spät angerufen

Eine viel zitierte Auswertung in der Harvard Business Review (2011, Daten aus den USA) kam zu dem Ergebnis, dass Firmen, die sich innerhalb einer Stunde melden, fast siebenmal so oft ein echtes Gespräch mit dem Entscheider zustande bringen wie Firmen, die sich eine Stunde später melden.

Im Handwerk sieht es nicht besser aus. Die Vermittlungsplattform Aroundhome hat 2026 je 100 Testanfragen an Betriebe in den zehn größten deutschen Städten geschickt. Solartechniker antworteten auf 56 davon, einen Termin nannten sie direkt in 22 Fällen.

Das deckt sich mit dem, was wir sehen. Wer am Freitagabend anfragt und am Montag angerufen wird, hat oft schon woanders zugesagt. Bei unseren Kunden sieht der Betrieb jede Anfrage sofort am Handy, und angerufen wird innerhalb von zwei Stunden.

So prüfst du es: bei den letzten zehn Anfragen die Zeit zwischen Eingang und erstem Anruf aufschreiben.

6. Es wird falsch gemessen

Wer auf der Website die Cookies ablehnt, taucht im Werbekonto nicht als Anfrage auf. Wie viele das sind, hängt vom Banner ab: In einer Studie mit der französischen Datenschutzbehörde lehnten je nach Gestaltung 17 bis 47 % ab. Googles Hochrechnung für diese Lücke greift erst ab 700 Anzeigenklicks in sieben Tagen, ein kleines Konto mit 20 Klicks am Tag kommt da nicht hin.

Ohne Conversions API bei Meta oder erweiterte Conversions bei Google zählt das Konto deshalb zu wenig und lernt aus den falschen Leuten. Im Bericht stehen dann zum Beispiel drei Anfragen, im Postfach waren es acht.

So prüfst du es: die Anfragen eines Monats aus Postfach oder CRM zählen und mit der Zahl im Werbekonto vergleichen. Liegen die weit auseinander, stimmt die Messung nicht, und jede Entscheidung auf dieser Basis auch nicht.

7. Das Werbekonto gehört der Agentur

Läuft das Konto auf die Agentur, gehört ihr auch alles, was es gelernt hat: welche Suchen funktionieren, welche Anzeigen tragen, wer schon auf deiner Seite war. Wechselst du, fängst du bei null an.

Google verlangt von Agenturen, für jeden Kunden ein eigenes Konto anzulegen, und du hast mindestens das Recht, Klicks, Einblendungen und Kosten zu sehen. Bei Meta kann eine Agentur ein Konto, das dir gehört, nicht an andere weitergeben, das kann nur der Inhaber.

So prüfst du es: im Google-Ads-Konto und im Meta Business Manager nachsehen, wer Inhaber ist. Das solltest du sein, die Agentur bekommt nur Zugriff. So machen wir es bei allen Kunden.

Fünf Fragen an deine Agentur

  • Wem gehören Werbekonto, Pixel und Daten?
  • Welche Suchbegriffe habt ihr in den letzten vier Wochen ausgeschlossen?
  • Wie viele Anzeigengruppen teilen sich mein Budget, und sind sie aus der Lernphase draußen?
  • Wann habt ihr zuletzt eine neue Anzeigen-Idee eingespielt?
  • Stimmen die Anfragen im Bericht mit denen in meinem Postfach überein?

Wie wir Google Ads aufsetzen →

Wie wir Meta Ads aufsetzen →

Zum Mitnehmen

Liegt es an einer dieser Stellen, ist das eine gute Nachricht: Der Kanal funktioniert, nur nicht so, wie er aufgesetzt ist. Wenn du willst, schauen wir uns dein Konto vorher kostenlos an und sagen dir ehrlich, ob ein Wechsel etwas bringt. Arbeitet deine Agentur gut, sagen wir dir auch das.

Quellen

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