Agentur, Freelancer oder Baukasten: was passt zu deinem Betrieb?
Adrian Hutterer
28. September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Brauchst du nur eine Visitenkarte im Netz und hast ein paar Tage Zeit, reicht ein Baukasten. Ist der Auftrag klar und kennst du einen guten Freelancer, bist du dort oft gut aufgehoben, die Stundensätze liegen nah an denen von Agenturen. Eine Agentur lohnt sich, wenn Website, Anzeigen und Messung zusammenspielen sollen und jemand einspringen muss, wenn einer ausfällt.
Irgendwann steht fast jeder Betrieb vor der Frage: selbst machen, jemanden holen oder gleich eine Agentur? Jede der drei Varianten kann die richtige sein. Hier steht, was sie kosten, wie viel Zeit sie dich kosten und woran du erkennst, welche zu dir passt, auch dort, wo das nicht wir sind.
Die drei Varianten im Vergleich
Kosten
- Baukasten
- rund 7 bis 25 € im Monat, dazu deine Zeit
- Freelancer
- Stundensatz im Schnitt rund 90 €
- Agentur
- Stundensatz in Wien im Median 100 bis 125 €
Deine Zeit
- Baukasten
- hoch: Texte, Fotos, Aufbau, Pflege
- Freelancer
- mittel: Briefing, Abstimmung, Freigaben
- Agentur
- gering: Briefing und Freigaben
Fällt jemand aus
- Baukasten
- machst du es selbst
- Freelancer
- hängt es an einer Person
- Agentur
- übernimmt meist jemand aus dem Team
Anzeigen und Messung
- Baukasten
- machst du selbst
- Freelancer
- je nach Person
- Agentur
- meist aus einer Hand
Passt, wenn
- Baukasten
- eine Visitenkarte reicht
- Freelancer
- der Auftrag klar ist und du jemand Gutes kennst
- Agentur
- Website, Anzeigen und Anfragen zusammenspielen sollen
Stundensätze: Freelancer-Kompass 2026 (überwiegend Deutschland) und Honorarstudie der Fachgruppe Werbung Wien (Erhebung Ende 2024), netto. Baukasten: reguläre Tarife mit eigener Domain, Stand 28.09.2026.
| Baukasten | Freelancer | Agentur | |
|---|---|---|---|
| Kosten | rund 7 bis 25 € im Monat, dazu deine Zeit | Stundensatz im Schnitt rund 90 € | Stundensatz in Wien im Median 100 bis 125 € |
| Deine Zeit | hoch: Texte, Fotos, Aufbau, Pflege | mittel: Briefing, Abstimmung, Freigaben | gering: Briefing und Freigaben |
| Fällt jemand aus | machst du es selbst | hängt es an einer Person | übernimmt meist jemand aus dem Team |
| Anzeigen und Messung | machst du selbst | je nach Person | meist aus einer Hand |
| Passt, wenn | eine Visitenkarte reicht | der Auftrag klar ist und du jemand Gutes kennst | Website, Anzeigen und Anfragen zusammenspielen sollen |
Stundensätze: Freelancer-Kompass 2026 (überwiegend Deutschland) und Honorarstudie der Fachgruppe Werbung Wien (Erhebung Ende 2024), netto. Baukasten: reguläre Tarife mit eigener Domain, Stand 28.09.2026.
Wann ein Baukasten reicht
Wenn du vor allem erreichbar sein willst: Leistungen, Einsatzgebiet, Telefonnummer, ein paar Fotos. Die meisten Kunden kommen über Empfehlungen, und die Seite soll nur zeigen, dass es dich gibt. Laut Unternehmensserviceportal des Bundes ist so eine Seite in wenigen Stunden fertig, wenn Texte und Fotos bereitliegen. Genau da liegt der Haken: Texte und Fotos sind die eigentliche Arbeit.
Achte darauf, dass die Domain auf deinen Namen läuft und du sie mitnehmen kannst.
Wann ein Freelancer die bessere Wahl ist
Wenn der Auftrag klar ist, zum Beispiel eine neue Website mit fünf Seiten, und du jemanden kennst, dessen Arbeit du gesehen hast. Die Stundensätze liegen nah an denen kleiner Agenturen, der Unterschied ist selten der Preis. Ein guter Freelancer kann auch ein Werbekonto genauso sauber führen wie eine Agentur.
Frag trotzdem, wer übernimmt, wenn er krank ist oder auf Urlaub, und wem Website und Werbekonto gehören.
Wann eine Agentur sinnvoll ist
Wenn mehrere Dinge zusammenspielen müssen: Website, Google- und Meta-Anzeigen, Messung und Anfragen, die sofort bei dir landen. Der Unterschied liegt dann rundherum. Jemand kümmert sich um Tracking und Anruf-Messung, jemand springt ein, wenn einer ausfällt, und alles zielt auf dasselbe: Termine bei dir.
Auch die WKO rät gerade bei Suchmaschinen-Optimierung und bezahlten Klicks, Fachleute hinzuzuziehen. Google selbst schreibt, dass eine Kampagne laufend Zeit, Erfahrung und Aufmerksamkeit braucht.
Wann wir nicht die richtige Wahl sind
Brauchst du nur eine Visitenkarte oder eine einmalige Seite mit kleinem Budget, bist du beim Baukasten oder bei einem Freelancer besser aufgehoben. Wir bauen Websites, die mit Anzeigen und Anfragen zusammenarbeiten. Das lohnt sich erst, wenn du wachsen willst und Platz für neue Aufträge hast.
Egal, wofür du dich entscheidest
- Domain, Website und Werbekonten laufen auf deinen Namen.
- Du bekommst alle Zugänge, auch die zum Hosting.
- Du weißt, was jedes Jahr an laufenden Kosten dazukommt.
- Du weißt, wer die Seite ändert, wenn sich bei dir etwas ändert.
Zum Mitnehmen
Die Frage ist selten Agentur oder Freelancer. Sie lautet: Wie viel deiner eigenen Zeit willst du hineinstecken, und muss die Website Anfragen bringen oder nur da sein?
Quellen
- freelancermap, Freelancer-Kompass 2026, Stand 17.03.2026
- Fachgruppe Werbung Wien, Branchen-Honorarstudie (IFES), Stand Erhebung November und Dezember 2024
- Unternehmensserviceportal: Der Weg zur eigenen Website, Stand 20.03.2026
- WKO Gründerservice: Internetauftritt, Stand 13.07.2026
- Google: Working with a third party, Stand 28.09.2026
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